Portugal und Angola: 11 bilaterale Abkommen stärken Beziehungen

09.10.18 AHK-Wirtschaftsnews

Portugals Premierminister António Costa und der angolanische Regierungschef João Lourenço haben bei einem Treffen in der angolanischen Hauptstadt Luanda insgesamt 11 bilaterale Abkommen geschlossen, darunter auch ein Doppelbesteuerungsabkommen, das sich auf Einkommenssteuern bezieht und Steuerflucht und –betrug in Zukunft erschweren soll. 

Neben strategischen politischen und administrativen Abkommen unterzeichneten die beiden Regierungschefs auch einen Vertrag, der Risiken bei Investitionen im Exportsektor verringern soll. Die Verfahren sollen künftig vereinfacht, die Kreditlinie soll von einer auf eineinhalb Milliarden Euro erhöht werden. Anspruch auf Kredit haben Unternehmen, die einen reibungslosen Zahlungsverkehr und den Geldtransfer aus Angola garantieren können. Das Geld dient vor allem der Diversifizierung der angolanischen Wirtschaft durch den Bau von wichtigen Infrastrukturen, die zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Angolas beitragen sollen.     

Portugal und Angola haben zudem weitere Abkommen über Finanzkooperation, Staatsanleihen und Luftverkehr unterzeichnet. Außerdem ist eine engere Zusammenarbeit zwischen den Bauministerien und ein Aktionsplan in der Forst- und Agrarwirtschaft für die Jahre 2019 bis 2021 vorgesehen. Auch im Bereich Verteidigung wollen beide Länder zukünftig an einem Strang ziehen, um Fragen zur Seefahrtsicherheit, zu Cyberangriffen, Hydrographie und Kartenkunde zu klären. An internationalen Friedens- oder humanitären Einsätzen wollen sich beide Staaten in Zukunft gemeinsam beteiligen.    

Nach einer Phase der politischen Spannungen zwischen Lissabon und Luanda in den vergangenen Jahren soll nun die bilaterale Zusammenarbeit auf eine neue Stufe gehoben werden. Dazu gehören die Einrichtung einer „Ständigen Minister-Kommission“ und der Vorsatz, Treffen zwischen den Regierungschefs mindestens einmal im Jahr zu organisieren. Schwierigkeiten in den bilateralen Beziehungen, zum Beispiel beim Zugang zu ausländischen Devisen in Angola oder bei den Zahlungen angolanischer Auftraggeber an portugiesische Unternehmen, sollen nun schrittweise gelöst werden. 

 

Quelle: Economia ao Minuto