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AHK Portugal

Residente não habitual [(neu-)ansässige] in Portugal – steuervorteile

09.09.15 AHK-Kammernews

In Portugal gibt es seit 2009 eine besondere Steuerbegünstigung für (Neu-)Ansässige („residente não habitual“). Diese gewährt bestimmte Steuervorteile für einen Zeitraum von 10 Jahren und zielt darauf ab, Fachkräfte für Portugal zu gewinnen, die einer Tätigkeit mit erheblicher Werthaltigkeit im Bereich der Wissenschaften, Künste oder auch der Technik nachgehen (beispielsweise Architekten, Ingenieure, Wirtschaftsprüfer, Ärzte, Lehrer, Künstler, Wissenschaftler, Manager), sowie Ruheständler, die ihre Renten oder Pensionen aus dem Ausland erhalten.

VERFAHREN

Hierzu müssen diese „Neu-Ansässigen“ erstmals in dem Jahr der Antragstellung in Portugal leben, d.h. sie dürfen nicht bereits innerhalb der letzten fünf Jahre in Portugal ansässig gewesen sein.

Ferner müssen sie den Status des „residente não habitual“ bei den portugiesischen Finanzbehörden anmelden.

STEUERSITZ IN PORTUGAL

Um aus portugiesischer steuerrechtlicher Sicht als „residente“ (ansässig) angesehen zu werden, müssen folgende Bedingungen gegeben sein:

a) Die Person muss sich in Portugal mehr als 183 Tage (zusammenhängend oder unterbrochen) in dem Kalenderjahr aufhalten, für das die Steuerbegünstigung beantragt wird;

b) Bei einem Aufenthalt von weniger als 183 Tagen reicht es aus, wenn die Person eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass die Wohnung beibehalten und benutzt wird.

FACHKRÄFTE – TÄTIGKEITEN MIT ERHEBLICHER WERTSCHÖPFUNG – IN PORTUGAL ERZIELTE EINKÜNFTE – REDUZIERTER STEUERSATZ VON 20%, ZU DEM 2015 EIN ZUSCHLAG VON 3,5 % HINZUKOMMT

Die Personen mit Status „residente não habitual“, die in Portugal eine der oben genannten Tätigkeiten ausüben und Einkünfte aus nichtselbständiger oder selbständiger Tätigkeit erwirtschaften, können einen verminderten Einkommensteuersatz in Höhe von 20% erhalten, zu dem 2015 noch ein Zuschlag von 3,5% hinzukommt.

RUHESTÄNDLER, DIE PENSIONEN AUS DEM AUSLAND BEZIEHEN – STEUERBEFREIUNG IN PORTUGAL MÖGLICH

Aus dem Ausland bezogene Renten und Pensionen sind in Portugal von der Steuer befreit,

a) wenn sie im Quellenstaat nach Maßgabe eines Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Portugal und dem Quellenstaat besteuert werden, oder

b) wenn sie nach den Regelungen des portugiesischen Einkommensteuergesetzes als nicht in Portugal bezogen gelten.

 

IM AUSLAND ERZIELTE EINKÜNFTE AUS ERWERBSTÄTIGKEIT– BEFREIUNG IN PORTUGAL MÖGLICH

Selbständige Arbeit

Einkünfte aus selbständiger Arbeit im Ausland für eine der oben genannten Tätigkeiten oder solche Einkünfte, die aus Rechten am geistigen Eigentum (Property Rights), aus industrieller, kommerzieller oder wissenschaftlicher Beratungstätigkeit, aus Kapital- oder aus Immobilieneinkünften, sowie aus Wertpapiererträgen stammen, sind in Portugal steuerfrei, wenn sie im Quellenstaat nach einem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Portugal und dem Quellenstaat besteuert werden können.

Nichtselbständige Arbeit

Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit im Ausland sind in Portugal von der Steuer befreit,

a) wenn sie im Quellenstaat nach einem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Portugal und dem Quellenstaat besteuert werden, oder

b) wenn sie ohne Existenz eines entsprechenden Doppelbesteuerungskommens im Quellenstaat besteuert werden und diese Einkünfte als nicht in Portugal bezogen gelten.

Unterschied bei der Steuerregelung selbständiger Arbeit im Gegensatz zu nichtselbständiger Arbeit

Nach portugiesischen Recht ist die Steuervergünstigung für Einkünfte aus selbständiger Arbeit dann zu gewähren, wenn die Einkünfte im Quellenstaat besteuert werden können, die Steuervergünstigung für Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit ist nur dann zu gewähren, wenn die Einkünfte im Quellenstaat tatsächlich besteuert werden.

IM AUSLAND ERZIELTE EINKÜNFTE AUS ERWERBSTÄTIGKEIT – FACHKRÄFTE – TÄTIGKEITEN MIT ERHEBLICHER WERTSCHÖPFUNG – REDUZIERTER STEUERSATZ VON 20%, ZU DEM 2015 EIN ZUSCHLAG VON 3,5 % HINZUKOMMT

Im Ausland erzielte Einkünfte aus selbständiger bzw. nichtselbständiger Arbeit, die aus den vorgenannten Tätigkeiten stammen und bei denen die Steuerbefreiungen keine Anwendung finden, werden zu einem besonderen Steuersatz in Höhe von 20%, zuzüglich eines Zuschlags in Höhe von 3,5% im Jahr 2015 herangezogen.

Quelle: Marco Lacomblez Leitão

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